NIEDERSACHSEN ZEIGT GESICHT FÜR TRANSPARENTE LIEFERKETTEN

Wer auf Probleme der globalen Textilproduktion hinweist und Verbesserungen einfordert, der rennt in der alten Textilstadt Nordhorn offene Türen ein. So folgten am 1. September rund 45 junge und alte Besucher des Weltgartens im Tierpark Nordhorn der Einladung der Süd Nord Beratung Osnabrück, sich gemeinsam mit den „Eine Welt Promotor*innen“ für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie und für ein nachhaltiges Konsumverhalten einzusetzen. Das vom Land Niedersachsen und vom BMZ geförderte Eine Welt Promotor*innenprogramm ist beim Verband für Entwicklungspolitik (VEN) angesiedelt und koordiniert die niedersachsenweite Aktion in fünf Städten, bei der Menschen ihre Wünsche und Forderungen an die niedersächsische Politik und Wirtschaft auf einem Foto festhalten. „Die Arbeitsbedingungen in der globalen Textilproduktion sind oft miserabel: Hungerlöhne, unbezahlte Überstunden, fehlende soziale Absicherung, mangelnde Sicherheitsstandards und Diskriminierung sind an der Tagesordnung. Gemeinsam wollen wir ein kraftvolles Signal an Politik und Wirtschaft senden, sich für die Einhaltung von Menschenrechten in globalen Lieferketten einzusetzen“, erklärt VEN-Geschäftsführerin Antje Edler. Ein kraftvolles Signal setzte auch die stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Bong (IPG). Gemeinsam mit Dirk Steinmeyer, Eine Welt-Promotor der Süd Nord Beratung (VeB e.V.), und Lena Schoemaker vom Arbeitskreis Eine Welt e.V. Nordhorn forderte sie die Beachtung sozialer und ökologischer Kriterien in der öffentlichen Beschaffung, die Übernahme menschenrechtlicher Verantwortung in Lieferketten und verbindliche Regeln für Unternehmen. Lisa Appeldorn, die die Aktion seitens des Bistums und Misereor unterstütze, ergänzte: „Es gibt aber auch eine Menge, die wir als Konsumenten tun können. Wir können Kleidung tauschen, weitergeben und wenn nötig reparieren und aufpeppen. Beim Kauf neuer Kleidung können wir darauf achten, Ware aus nachhaltiger und fairer Produktion zu besorgen, die lange hält.“

Mehr zu der niedersachsenweiten Aktion unter www.ven-nds.de